Dienstag, 27. September 2016

Seeadler | Könige der Lüfte

27.09.2016

Faszination Seeadler


Meine erste Begegnung mit einem Seeadler hatte ich im Winter in der Lewitz, genauer an den Fridrichsmoorer Fischteichen. Dort steht ein einsamer Nadelbaum, von weitem zu sehen, die Baumspitze schon schief. Auf diesem Baum sass er, mein erster Seeadler. Weit weg aber ich habe ihn gesehen und mein erstes Foto gemacht!


Diese Begegnung war für mich der Beginn meiner "Wildlife Fotografie Karriere".  Ein noch spärlicher Anfang, aber immerhin ein Anfang, der ausbaufähig war und ich hatte eine neue Fotolocation entdeckt. Fortan interessierten mich diese Vögel. Viele Fragen kamen auf - wann sind sie wo, wie kann man sie besser fotografieren, geht es das ganze Jahr, etc. pp..
Heute im September 2016 sind einige Fragen beantwortet.
Ja - sie sind heimisch und das ganze Jahr in der Lewitz zu fotografieren.
Ja - ich kenne nun Plätze, wo nicht nur durch Zufall diese Vögel zu finden sind.
Ja - mit den richtigen Einstellungen werden die Ergebnisse besser.
.... und ein klares NEIN, wenn es darum geht diese Vögel in Ihrer gewohnten Umgebung nur des Fotos wegen zu stören!

 

Im Frühjahr waren meine Fotoergebnisse schon besser und ich war stolz, so dass diese beiden Fotos Einzug auf meine Homepage hielten. Gelesen hatte ich, dass die Hochsaison erst im Winter sein soll, zu einer Zeit zu der die Fischteiche trocken sind. Die Seeadler sollen sich dann in größeren Gruppen ufernah aufhalten um dort an den Restpfützen der Teiche die restlichen Fische zu erbeuten. Eine Gelegenheit für Fotografen aus einem Fotoversteck die erhofften Ergebnisse zu erzielen.

Anfang September 2016 kam mir der Zufall zu Hilfe. Ich traf am Friedrichsmoorer Fischteich, im Versteck unter eine Eiche sitzend einen Hamburger, der viel erzählte und mir den Tip gab, an dieser Stelle mein Glück zu versuchen. Die Teiche waren noch gefüllt und reichlich mit Fischen besetzt. Der September 2016 war ein Sonnenmonat, Temperaturen über 20°C und Sonne satt, die Fische tummelten sich in der Sonne an der Wasseroberfläche. Es war auch die Stelle, an welcher sich eine Vielzahl von Seeadlern versammelten. Immer versteckt im Wald aber deutlich zu hören. Der Weg dorthin von Friedrichsmoor durch den Wald war nicht weit.
Das Versteck stand am Rand des Teiches im Vogelschutzgebiet und an den nicht für die Öffentlichkeit zu begehenden Fischteichen. Für mich ein noch einzugehender Kompromiss, denn die Vogelwelt sollte hier nicht gestört werden und eine OWI wollte ich nicht unbedingt begehen.

In den vergangenen 3 Wochen konnte ich ein Spektakel beobachten. Schon auf dem Weg zum Baum war es in der Regel so, dass die Seeadler schön früh in der Luft zu sehen waren. Immer ein Zeichen dafür, dass sie noch zahlreich in ihrem Refugium vertreten waren. Es war nicht selten, dass vor mir aus den Bäumen ein Greif aufstieg, weil er durch mich aufgeschreckt wurde. Jedesmal ein Schauspiel, wenn sich die 2,50 m breiten Flügel in die Luft erheben, nicht nur für die Augen sondern auch für die Ohren.

An den Teichen tobte das Vogelleben. Es gab Tage an denen sich eine Vielzahl dieser Giganten über dem Wasser bewegten. Erst in großer Höhe kreisend, dann tiefer kommend und plötzlich zum Sturzflug ansetzend. Mit breiten Flügeln fliegt der Seeadler dann über das Wasser, die Fänge noch am Körper, urplötzlich klappen die krallenbehafteten Fänge nach vorn und mit einem kräftigen Schlag macht er seine Beute.

Es gelingt dabei nicht jeder Versuch aber die Trefferzahl ist beeindruckend. Mit dem Fisch in den Krallen steigt der Adler dann auf und verschwindet im sicheren Wald.

Die nachstehenden Bilder sollen einen kleinen Einblick meines Erlebten geben. Ich filtere die Bilder nicht, Dopplungen der Flugszenen  sind dabei nicht ausgeschlossen aber die Seeadler sind so faszinierend, dass es durchaus legitim ist viele Fotos zu zeigen.
 

 
 

 

Nun warte ich auf die kalte Jahreszeit und werde sehen, ob die Ankündigung einer großen Anzahl von Seeadlern auf einem Fleck stimmt. Ich werde berichten.






Donnerstag, 22. September 2016

Bartmeisen

21.09.2016

Bartmeisen | panurus biarmicus


Eigentlich hatte ich einen gemeinsamen Trip mit Ralf O. geplant.
Ralf ist "Lewitzranger" und bestens mit der Lewitz vertraut.
.... das muss auch so sein, denn wer in der Alten Wiesenmeisterei der Lewitz in Tuckhude wohnt, muss sich einfach auskennen.

Die Chemie zwischen uns stimmte, wir waren gleich per Du und stellten schon beim Kennenlernen die eine oder andere Gemeinsamkeit fest.
Geplant war eine Tour zum Eisvogel! Den hatte ich nun schon durch einen Zufall vor meinen 400 mm aber ich hatte die Tour bestellt und dann wir das auch durchgezogen.
Vorab schilderte ich Ralf meine Zufallsbekanntschaft mit dem Eisvogel und verriet (was man ja sonst nicht macht) "meinen" Platz. Ralf fing laut an zu lachen und sagte nur trocken "...diese Naturfotografen, rate mal wer den Ast dort drapiert hat?" Ich hatte tatsächlich durch einen großen Zufall seinen Platz, quasi unser heutiges Ziel, entdeckt.

Nun ja - Planänderung! Ralf verriet mir, dass die Bartmeisen am Schilfgürtel der Fischteiche sehr aktiv sind. Nicht schlecht die Idee, die hatte ich noch nicht in meinem Repertoire.

Das Wetter war zwar nicht optimal, tief hängende graue Wolken und keine Sonne aber ich hatte Zeit. Main Weg führte mich an die Friedrichsmoorer Fischteiche, im Schilf am Kanal sollten diese Vögel zu beobachten sein.
....nicht war los an den Teichen, lediglich die Fischer waren mit dem Ablassen der Teiche beschäftigt. Es war dabei so laut, dass nicht einmal die Kormorane flogen. Ich hatte das Stativ aufgestellt, die Kamera eingerichtet und den mitgebrachten, von meiner Frau
liebevoll gekochten Kaffee eingeschenkt und wartete auf die Dinge die nun kommen sollten. Aber es kam nichts. Gegen Mittag brach die Sonne durch und schien so ca. 30 Minuten, so dass das Schilf leuchtete. 
Plötzlich ein Rascheln im Schilf und die kleinen Vögel zeigten sich, scheu aber sie waren da.
Das Stativ war weit weg, ich konnte nur aus der Hand auslösen aber es gelangen mir einige Fotos.

Die Sonne versteckte sich wieder und die Bartmeisen auch.  FAZIT - Bartmeisen passen im September und nur bei Sonne zusammen!


Donnerstag, 8. September 2016

Mein erster Eisvogel

08.09.2016

Mein erster EISVOGEL

In der Wildlife-Fotografie kommt doch jeder irgendwann an den Punkt einen Eisvogel fotografieren zu wollen. So auch bei mir, diesen bunten flicken Flitzer habe ich schon in der Lewitz gesehen, nicht oft aber wenn, dann nur einen bunten schnellen Fleck, der irgendwo im Nirvana verschwand.

Den Ansitz oder die Nisthöhle dieser Vögel muss man kennen, denn nur so im zufälligen Vorbeiflug waren keine Fotos zu machen oder aber vorsichtiger gesagt, durch mich nicht zu machen.
Tipps zu den Locations waren nicht zu bekommen, sicherlich behält jeder Wildlifeknipser sein Geheimnis für sich und verbirgt bei der Veröffentlichung im Netz die Geodaten ganz bewusst.

Ich war auf meiner Tour durch die Lewitz und kam bei schönstem Sonnenschein an eine etwas
breitere Wasserstelle, die nicht mit Entenflott zugedeckt war und an der ein einsamer Ast über die Wasseroberfläche ragte. Kleine Fische tummelten sich im flachen, sonnengefluteten Wasser.
Ich dachte bei mir - dies wäre genau die richtige Stelle für den Eisvogel.
Es war noch Zeit, ich nahm Deckung hinter einem kleinen Baum und hoffte.
Nun ist es so, dass ich einem Sonntag geboren bin, war es das oder was steckte dahinter? Ich saß gerade 10 Minuten und auf dem Ast saß ein EISVOGEL - mein erster Eisvogel, der nicht flog.
Die Farben orange, blau und türkis leuchteten um die Wette.
Ich schoss eine kleine Serie und er war weg und er kam nicht zurück.  Bei meinem Rückmarsch am Fischteich entlang hatte ich noch eine Begegnung. Der Flitzer schoss knapp über die Wasseroberfläche und setzte sich vor mir auf einen Stahlträger. Da sass er nun, wieder eine kleine Serie schluckte die 6d.
Zu Hause am Mac sah ich, dass alles falsch gelaufen war - die Belichtungszeit zu lang, der ISO-Wert zu hoch, der Weißabgleich passte überhaupt nicht und der Fokus saß schon gleich garnicht.
Nachdem ich PS bemüht hatte, sah das kleine Kerlchen aus wie ein Zombi.

Aber nicht mit mir - ein neuer Tag ein neues Glück. Ausgerüstet mit meinem Tarnzelt setze ich mich in mein Versteck. Nach 10 Minuten begrüßte mich mein Eisvogel , zeigte mir die Rückseite und flog
von dannen. Nun brauchte es Geduld, ca. 1,5 Stunden später kam er zurück.
....und nun ging die Post ab - Pose, Abflug, untertauchen, Fisch fangen, auf den Ast setzen, Fisch töten, herunter schlucken und posen - ein Wahnsinn. Er gab alles und ich tat es ihm gleich und versuchte die Fehler des Vortages nicht zu wiederholen.



 




Die Ergebnisse zeige ich gern, nun gehöre ich dazu, wozu? Na, zu den Wildlifeknipsern, die mit dem Geheimnis. 

Montag, 5. September 2016

Rendevouz mit dem Milan

05.09.2016


Mein Rendevouz mit dem Roten Milan

...die Falken liessen mir keine Ruhe, es war unwahrscheinlich aber nicht unmöglich, dass sie sich noch in der Nähe der samstäglichen Sichtung befanden. Das Wetter war super, das Büro an diesem Montag erledigt und die Termine für die Woche geplant - ich hatte also Zeit. 

Die Strasse zwischen Friedrichsmoor und Raduhn war nun wieder gesperrt, so dass mein Ausgangspunkt der Tour das Jagdschloss war. Der einzige Weg zum Sichtungsplatz der Falken war der Weg vom Schloß rechter Hand entlang,den Graben an der linken Schulter lassend. Bei meiner letzten Begehung standen die Brennnesseln noch mannshoch. Nunmehr aber war der Weg fast frei von Unkräutern, einzelne größere Äste lagen noch quer,


ein deutlicher Hinweis darauf, dass hier schon mit der groben Beräumung der Sturmschäden begonnen wurde.
Unmittelbar hinter dem Wald, links und rechts vom Graben waren nur noch die Wiesen, hatte ich die erste Sichtung der Greife - die Falken waren auch darunter, was mir ein Schnappschuss bestätigte aber meine 400 mm reichten für ein sehenswertes Foto nicht aus. Ich hatte also noch Hoffnung, der Sichtungsplatz lag noch vor mir, keine 800 Schritt entfernt.

Doch plötzlich wurde ein Roter Milan ganz neugierig, er umkreiste mich noch mit einem Sicherheitsabstand aber die Distanz wurde immer kleiner. Die Kanone im Anschlag, den Kopf nach oben und den Hals überstreckt - der Auslöser klickte und zog sich die RAW`s in die Elektronik der 6D.

Keine 20 Schritte von mir entfernt setzte sich der Greif auf einen Ast, der Baum war nach dem Sturm fast unbelaubt und im Umkreis fast der Einige seiner Art. Darauf war ich nicht gefasst, so dass ich die Landung nicht dokumentieren konnte. 
Die restlichen Brennnesseln als Deckung nutzend schoß ich meine Serie, das Knie auf der Erde und auf dem Knie der Ellenbogen. Der Greif liess sich nicht stören - ich konnte in aller Ruhe meine Einstellungen checken und die Belichtungszeit korrigieren.

Irgendwann flog er auf, drehte eine Platzrunde, die ich zur Verringerung der Distanz nutzte und setze sich wieder auf den Ast. Das | unser | Schauspiel ging in die nächste Runde.
Am Ende unseres Rendevouz hatte ich ca. 300 Bilder auf der Karte.



Ich war happy!!

Ach ja, die Falken - ich hatte kein Glück aber was soll`s, ich hatte meinen Milan.

Sonntag, 4. September 2016

Unwetter über der Lewitz

04.09.2016


Es ist fast 1 Woche her. Am 28.08.2016 wurde der Himmel schwarz. Starkwind und Hagel liessen in der Lewitzregion Bäume entwurzeln oder wie Streichhölzer abbrechen. 
Ein Tag danach war kein Durchkommen. Die mir sehr bekannten Wege zur Dütschower Brücke waren mit Bäumen, dicken Ästen, etc. übersät.


Anläßlich einer Familienfeier konnte ich mich gestern selbst überzeugen. An der mit starken Eichen flankierten Strasse zwischen Friedrichsmoor und Raduhn waren die Schäden extrem sichtbar. Bäume mit einem Stammdurchmesser von fast 2 Metern wurden entwurzelt oder in der Mitte zerbrochen. 
Wurzelteller von der Größe eines Scheunentores ragten in den Himmel - ein imposanter Anblick, wenn man nicht wüßte, dass diese Bäume schon im Auftrag des alter Großhorzogs gepflanzt
wurden und nunmehr unwiderruflich verloren sind.

An den kleineren Gräben liegen die Erlen über Kreuz und blockieren den Bachlauf.
Die Aufräumarbeiten haben bereits begonnen aber es wird bekanntlich eine Zeit dauern bis die Narben verheilt sind.

Inwieweit die Tierwelt betroffen ist, kann ich nicht einschätzen.
Mir ist nur aufgefallen, dass in den letzten Tagen die Greifvogelsichtung sehr spärlich war - ob ein Zusammenhang besteht?